Überbehandlung oder Überverwaltung?
Die Fokussierung auf das Problem der Überversorgung (overuse) hat zu einem Übersehen des überproportional stärkeren Problems der Überverwaltung (overhead) geführt. Wir sensibilisieren dafür und korrigieren das falsche Narrativ einer verschwenderischen Medizin, die in Wahrheit zu viele Ressourcen in der Verwaltung ihrer Arbeit und an die Verwaltung der Versicherer und der Behörden verliert.
Handlungsbedarf
Ein Markt gestaltet sich nach der Kompetenz seines stärksten Akteurs aus. Das sind im Gesundheitswesen die Versicherer, und ihre Kernkompetenz ist die Verwaltung, nicht die Behandlung von Patientinnen und Patienten. Die Fallpauschalen etwa haben den Verwaltungsaufwand der Versicherer auf die Medizin abgewälzt. Trotzdem haben diese noch immer denselben Verwaltungsaufwand. Damit betreiben sie eine höchst ineffiziente Versorgungsforschung und -beurteilung.
Unsere Engagements
Der Verein Ethik und Medizin Schweiz arbeitet gegen eine 40-fache Ineffizienz der Versicherer in ihren Verfahren zur Beurteilung medizinischer Effizienz. Er deckt in Stellungnahmen, Newsletters und Artikeln Fehler einer Versorgungsforschung auf, die von der Voreingenommenheit der Versicherer gelenkt ist, die Medizin würde Ressourcen verschwenden, nicht von wissenschaftlicher Professionalität. Denn dies alles entzieht der Medizin Behandlungs-Ressourcen.
Resultate
Unsere Arbeit hat ein Umdenken bewirkt. Falsche Behauptungen wie die, 30% der Behandlungen seien unnötig, werden nicht mehr ohne weiteres geglaubt und vom Bundesamt für Gesundheit dementiert. Von Versichern und/oder mit deren Geldern und Daten erarbeitete Studien werden kritischer beurteilt, wenn auch nicht so kritisch wie Pharmastudien. Die Medizin wehrt sich heute gegen die überbordende Bürokratisierung und Fehlbeurteilung ihrer Arbeit.