Wer behandelt zu viel – und wer zu wenig?
Das WZW-Verfahren zur Beurteilung der frei praktizierenden Praxen hat als Gatekeeping einen grossen Einfluss auf die weitere medizinische Versorgung. Es ist überarbeitet worden, arbeitet aber noch immer mit einer 40-fachen Ineffizienz. Im Interesse der Patientinnen und Patienten engagieren wir uns gegen diese systematische Fehlbeurteilung, die zu Fehlbehandlungen führen kann.
Handlungsbedarf
Das Behandlungsverhalten der frei praktizierenden Ärztinnen und Ärzte muss laut KvG daraufhin überprüft werden, ob es wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich ist. Die Versicherer wenden dabei aber eine Methode an, deren Ineffizienz das Verfahren zur Willkür macht und kranke Patientinnen und Patienten zum Überlebensrisiko für die Praxis. Die Gerichte übernehmen die Beurteilung der Versicherer allerdings, und auch das Bundesamt für Gesundheit interveniert nicht.
Unsere Engagements
Der Verein Ethik und Medizin prüft das Verfahren mit Modellrechnungen und legt seine Mängel in Positionspapieren und Fachartikeln offen: Falsch negativ beurteilte Mediziner können ungestraft überarzten, falsch positiv beurteilte werden mit Bussen belegt und wenden sich zum Teil an uns, um ihre Rechte zu wahren. Wir unterstützen sie auf der Mikroebene und haben auf der Makroebene eine Aufsichtsbeschwerde bei den Behörden deponiert.
Resultate
Dass ein Parlamentsbeschluss im Januar 2013 die Versicherer anwies, ihre Methode zusammen mit den Leistungserbringern zu verbessern, dürfte auch eine Frucht unserer jahrelangen Kritik gewesen sein. Das Verfahren wird heute von den Medien und in der Öffentlichkeit kritischer gesehen. Wir sind zuversichtlich, mit weiterem Engagement auch unsere Behörden und Gerichte überzeugen zu können, dass nicht richtig behandeln kann, wer falsch beurteilt wird.